Die Gesundheit für den Reichtum opfern – Gedanken eines Philosophen

In fünf Jahren zum Millionär. Die Millionärsformel. Der Weg in die finanzielle Unabhängigkeit. Ein reißerischer Titel nach dem anderen. Kein Superlativ, das die eigene geldbringende Methode in seiner vollen Pracht beschreiben könnte.

Lebe zwei, fünf oder 10 Jahre so, wie es keiner tun würde, um danach so zu leben, wie kein anderer leben kann. Der Reichtum wird zum alles überragenden Lebensziel erklärt, alles andere ihm untergeordnet. Es ist erstaunlich, wie viele Menschen bereit sind, sogar ihre eigene Gesundheit zu opfern, um Reichtum anzuhäufen.

 Ohne Gesundheit erblassen alle anderen Dinge

Ich sehe so viele Menschen, die bereit sind, einen großen Teil ihres Lebens schuftend zu verbringen, ohne dabei wirkliche Freude dabei zu verspüren. Dabei ist das Blick immer auf den nächsten Euro gerichtet, die nächste Beförderung, die nächste materielle Errungenschaft. Hier rede ich nicht von den Leuten, die gerne bereit sind, viele Stunden mit einer Tätigkeit zu verbringen, weil sie ihre Passion ist. Nein. Hier ist die Rede von den Leuten, die alles dafür geben, ihre Karriere voranzutreiben, ihren finanziellen Reichtum voranzutreiben und denen dabei alle Mittel Recht sind – sogar ihre eigene Gesundheit dafür zu opfern.

Besonders überwiegt die Gesundheit alle äußern Güter so sehr, dass wahrlich ein gesunder Bettler glücklicher ist, als ein kranker König. – Arthur Schopenhauer

Eines sollte uns klar sein. Unser Reichtum ist nichts wert, wenn wir für die Erlangung unsere Gesundheit geopfert haben. Dabei ist nicht unbedingt die Rede von physischer Gesundheit, sondern auch von psychischer. Wenn ich für die Erlangung von Reichtum so viele Opfer bringen musste, dass meine geistige Gesundheit, mein Weltbild, meine Moralvorstellungen, mein Selbstbild darunter gelitten haben, dann ist der Reichtum aus meiner Sicht nicht viel wert.

Hieraus aber folgt, daß die größte aller Thorheiten ist, seine Gesundheit aufzuopfern, für was es auch sei, für Erwerb, für Beförderung, für Gelehrsamkeit, für Ruhm, geschweige für Wollust und flüchtige Genüsse: vielmehr soll man ihr Alles nachsetzen. – Arthur Schopenhauer„]“Überhaupt

Ein Investment in unseren Geist zahlt sich mehr aus als ein Investment, um finanziell reicher zu werden

Reichtum kann uns ein sicheres, angenehmes Leben bescheren. Das möchte ich nicht in Abrede stellen. Reichtum löst bis zu einem gewissen Grad sehr viele Probleme. Mit dem Erreichen eines Minimums, das für das Sicherstellen unserer Grundbedürfnisse notwendig ist, sinkt aber der Nutzen von Reichtum. Es hat schlicht und ergreifend keinen großen Einfluss mehr auf unser Wohlbehagen. An diesem Punkt begehen viele Menschen den Fehler, Dinge zu opfern, die wichtig für ihr Wohlbehagen sind, um mehr Reichtum zu erlangen.

Was der Reichthum über die Befriedigung der wirklichen und natürlichen Bedürfnisse hinaus noch leisten kann, ist von geringem Einfluss auf unser eigentliches Wohlbehagen: vielmehr wird dieses gestört durch die vielen und unvermeidlichen Sorgen, welche die Erhaltung eines großen Besitzes herbeiführt. Dennoch aber sind die Menschen tausend Mal mehr bemüht, sich Reichthum, als Geistesbildung zu erwerben; während doch ganz gewiß was man ist, viel mehr zu unserem Glücke beiträgt, als was man hat. Gar Manchen daher sehn wir, in rastloser Geschäftigkeit, emsig wie die Ameise, vom Morgen bis zum Abend bemüht, den schon vorhandenen Reichthum zu vermehren. Über den engen Gesichtskreis des Bereiches der Mittel hiezu hinaus kennt er nichts: sein Geist ist leer, daher für alles Andere unempfänglich. Die höchsten Genüsse, die geistigen, sind ihm unzugänglich: durch die flüchtigen, sinnlichen, wenig Zeit aber viel Geld kostenden, die er zwischendurch sich erlaubt, such er vergeblich jene andern zu ersetzen. – Arthur Schopenhauer

Ist ein gewisser Grad an finanzieller Sicherheit erreicht, sind wir viel besser damit beraten, in unser geistiges Wachstum zu investieren. Wie wir die Welt wahrnehmen, unsere eigene geistige Haltung der Welt gegenüber, ist viel entscheidender für unsere eigene Glückseligkeit.

Nun ist gewiß, daß zur Heiterkeit nichts weniger beiträgt, als Reichthum, und nichts mehr, als Gesundheit: in den niedrigen, arbeitenden, zumal das Land bestellenden Klassen, sind die heitern und zufriedenen Gesichter; in den reichen und vornehmen die verdrießlichen zu Hause. – Arthur Schopenhauer

Statt immer nur mehr performen zu wollen, um mehr zu erreichen, sollten wir lieber versuchen zu verstehen, dass die meisten von uns schon alles haben, was wir brauchen, um glücklich zu sein. Mehr Geld bringt vielleicht mehr materiellen Reichtum, aber nicht mehr Zufriedenheit.

Written by Waldemar