Eine schlaflose Nation – Schneller einschlafen durch ein gesünderes Leben

Der ständige Begleiter vieler Menschen. Die Wissenschaft scheint sich einig zu sein, dass der Mensch im Durchschnitt sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht braucht. Aber was ist schon der Durchschnitt? Werden da alle einmal in einen Topf geworfen? Der Hochleistungssportler braucht wohl eher acht Stunden Schlaf als jemand, der den ganzen Tag keiner wirklichen Tätigkeit nachgeht. Das war zumindest mein erster Gedanke. Je mehr ich darüber nachdenke, desto eher habe ich allerdings andere Vermutungen. Welche das genau sind, möchte ich im Folgenden erklären.

Wenn wir über die benötigte Schlafdauer reden, dann richten die meisten Menschen ihr Augenmerk insbesondere auf das Alter der Menschen und die Dauer des Schlafes. Leider werden viel zu oft wichtige Faktoren wie die Qualität des Schlafes, Medienkonsum und Qualität der Ernährung außer Acht gelassen. Aus diesen Gründen halte ich die Ergebnisse der Schlafstudien für höchst zweifelhaft.

Die Müdigkeit als ständiger Begleiter

Je mehr ich mein Gehirn den Einflüssen von Reizen aussetze, desto eher ermüdet es. Sitze ich den ganzen Tag vor dem Fernseher, gleicht das einer Misshandlung meines Gehirns. Viele Menschen unterschätzen diesen Aspekt der Übermüdung des Gehirns und begeben sich unwissend in eine Negativspirale der Ermüdung. Gucken wir uns mal den alltäglichen Wahnsinn vieler Arbeitnehmer an. Sie gehen zur Arbeit und sitzen 8 Stunden vor dem Bildschirm. Sie kommen nach Hause und fühlen sich müde. Sie setzen sich vor den Fernseher oder den PC, weil sie sich müde fühlen. Weil sie ihr Gehirn so vielen Reizen aussetzen, werden sie später ins Bett gehen, als sie das ohne Fernseher tun würden.

Alles was man vergessen hat, schreit im Traum um Hilfe.– Elias Canetti

Am nächsten Tag beginnt dann das gleiche Spiel von vorn. Irgendwann naht dann das Wochenende, das sehnlichst erwartet wird. Hier kann man sich dann „ausruhen“. Dabei merkt man gar nicht, welches Leid man sich permanent selbst zufügt. Am besten begießt man den Eintritt ins Wochenende dann noch exzessiv mit Alkohol oder Drogen, um sich noch mehr in seiner eigenen Negativspirale zu verfangen.

Geheimrezept Ernährung und Sport

Zuerst einmal spielt die Ernährung eine große Rolle. Wenn ich mich gesund ernähre und meinem Körper all diejenigen Nährstoffe zuführe, die er für ein ordnungsgemäßes Funktionieren benötigt, dann fühle ich mich gemeinhin wohler, als wenn ich meinen Körper wie eine Mülldeponie behandle. Ein ausgewogener Nährstoffhaushalt im Körper sorgt allgemein für ein besseres körperliches Befinden und mehr Leistungsfähigkeit. Wenn ich mich allgemein wohler fühle und dafür Sorge trage, dass mein Körper nicht mitten in der Nacht schwerwiegende Verdauungsprozesse in Gang setzen muss, dann verbessert das meinen Schlaf.

Deine Nahrungsmittel seien deine Heilmittel. – Hippokrates

Sport hält fit. Sport hält gesund. Er wirkt vitalisierend auf so viele Aspekte des Lebens. Es ist erstaunlich, wie viele Menschen auf eine so wohltuende, sinnvolle Droge verzichten. Wir knallen so viele Drogen in uns rein und diese eine Droge, die so sinnvoll und vor allen Dingen auch langfristig wirkungsvoll ist, wird permanent außer Acht gelassen. Ein Jammer eigentlich. Ich glaube mittlerweile, dass die Menschen, die nicht regelmäßig Sport treiben, einfach nie wirklich in den Genuss gekommen sind, die Vorteile wirklich zu spüren, weil sie zu früh damit aufgehört haben.

Die positiven Einflüsse kommen schleichend und kaum merkbar, wenn man nicht bewusst darauf achtet. Aber sie sind da und haben das Potenzial, dein Leben nachhaltig zu verändern. Du merkst es daran, dass dein Schlaf besser wird. Plötzlich wälzt du dich nicht mehr rum, ehe du einschläfst. Du legst dich ins Bett, machst die Augen zu und innerhalb von wenigen Momenten tanzt du im wundersamen Schlafland mit fliegenden Einhörnern und Dinos und so.

Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen. – Georg Christoph Lichtenberg

Dann merkst du, wie deine Kondition besser wird. Eine Treppe bringt dich nicht mehr außer Atem. Du genießt sogar die kleine sportliche Betätigung, weil sie den Kreislauf in Schwung hält. Plötzlich wirst du sogar eher mal Strecken zu Fuß zurücklegen, für die du sonst dein Auto benutzt hättest. Durch deine verbesserte Kondition wird auch dein Sexleben besser. Huch, hat er das gesagt? Ja, hat er. Wenn du fit bist, dann kannst du den Sex viel mehr genießen, als wenn du Atem suchend um dein Leben ringst.

Und natürlich wird auch dein äußeres Erscheinungsbild im Laufe der Zeit ansehnlicher. Du wirst schlanker, sportlicher, fitter. Menschen sehen dir an, dass du Sport treibst. Du strahlst mehr Energie aus, pure Vitalität. Du wirkst nicht mehr wie ein eingefallener Hodensack, den man auf einem Haken aufgehängt hat. Menschen werden dich kaum wiedererkennen, weil du so viel Kraft ausstrahlst. Zusätzlich wirst du leistungsfähiger.

Wenn Schlaf und Wachen ihr Maß überschreiten, sind beide böse. – Hippocrates

Du lernst, dich richtig zu fokussieren. Deine Disziplin und dein Durchhaltevermögen werden geschult. Diese Fähigkeiten kannst du auch in deinem Berufsleben gebrauchen. Wenn du es schaffst, konsequent bei deiner sportlichen Betätigung am Ball zu bleiben, dann schaffst du es auch auf der Arbeit, trotz möglicher Widrigkeiten dich deiner Fähigkeiten zu besinnen und etwas Großes zu erschaffen.

Aber all das erfordert zu Beginn bewusst eingesetzte Willenskraft und Selbstdisziplin. Am Anfang sind sie unabdingbar. Sobald du dir aber diese Dinge zur Gewohnheit gemacht hast, werden sie dir nicht mehr schwerfallen. Sie sind für dich völlig selbstverständlich und du wirst dir gar kein Leben mehr ohne sie vorstellen können, weil du all ihre Vorteile genießt und zu schätzen gelernt hast. Das Leben kann so wunderbar sein.

Mich würde tatsächlich mal interessieren, zu welchen Ergebnissen die Forschung bei der Frage nach der optimalen Schlafdauer käme, wenn sie nur Menschen mit einer guten Ernährung und einem ausgewogenen Lebensstil untersuchen würde. Ob die Erkenntnisse daraus wohl den heutigen Erkenntnissen entsprächen?

Written by Waldemar