Die Macht der schlechten Gewohnheiten – Die Ursachen kennen statt Symptome zu bekämpfen

Schlechte Gewohnheiten. Jeder hat sie. Ich wiederhole: Jeder hat sie. Auch du bist davon nicht ausgeschlossen. Jeder hat schon einmal in seinem Leben versucht, sich irgendeine schlechte Gewohnheit abzutrainieren – zumeist erfolglos. Was viele nicht beachten, wenn sie versuchen, sich schlechte Gewohnheiten abzutrainieren, ist, dass die Ursache viel mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte als die Symptome.

Die meisten von uns sehen eine schlechte Gewohnheit und denken gar nicht darüber nach, wie sich diese Gewohnheit überhaupt etabliert hat. Eine Gewohnheit entsteht häufig aus einem bestimmten Grund. Oft ist sie unser unterbewusster Versuch, einen Mangel- oder Notzustand zu regulieren. Dir fehlt es an Nähe zu anderen Menschen? Drogen helfen darüber hinweg. Du bist gestresst? Guten Tag, Zigarette. Müde? Kaffee, hallo. Bevor wir uns eine schlechte Gewohnheit abtrainieren, sollten wir daher genau inspizieren, in welchen Situationen wir vermehrt zu der Gewohnheit neigen.

Mein eigenes altes Laster

Eine schlechte Angewohnheit von mir war beispielsweise das Rauchen. Ich habe locker eine Schachtel Zigaretten am Tag geraucht, gerne auch mal mehr. Jetzt war das Rauchen aber nur mein kläglicher Versuch, mit einer gefühlten inneren Unruhe zurechtzukommen. Ich war früher immer jemand, der sich schnell stressen lässt. Habe ich diesen inneren Stress – diese Unruhe – gespürt, dann hat es mir im ersten Moment geholfen, eine Zigarette zu rauchen. Das Problem ist nur, dass die Auswirkungen des Zigarettenrauchens immer schwächer wurden. Irgendwann half dieses Vehikel nicht mehr, um mich vom Punkt Innere Ruhe zum Punkt Ausgeglichenheit zu bringen.

Von Natur aus sind die Menschen fast gleich. Erst die Gewohnheiten entfernen sie voneinander. – Konfuzius

Das habe ich irgendwann gemerkt. Also dachte ich mir, ich sollte mit dem Rauchen aufhören, weil Rauchen „schlecht“ ist. Dummerweise sind nur die Quellen, die mich zum Rauchen geführt haben, bestehen geblieben. Die Konsequenz war, dass meine Versuche, mit dem Rauchen aufzuhören, kläglich scheiterten. Ich musste eine Ebene tiefer gehen. Ich musste auf die Ebene der Ursachen gelangen und diese bekämpfen.

Die Ursachen am Schopf packen

Vermehrt beschäftigte ich mich mit dem Buch die 6 Säulen des Selbstwertgefühls und mit Meditation, dazu führte ich ein Tagebuch. Durch die erhöhte Achtsamkeit und Bewusstheit, die ich an den Tag legte, erkannte ich, dass mein größtes Problem die Vermeidung bzw. das Aufschieben ist. Ich vermeide mir unangenehme Aufgaben und diese stapeln sich irgendwann so hoch auf, dass ich eine innere Unruhe verspüre. Irgendwann bin ich gar nicht mehr in der Lage zu sagen, warum genau ich mich unwohl fühle, weil die Vermeidung bzw. das Aufschieben einen so hohen Berg an unerledigten Tätigkeiten geschaffen hat, dass ich selbst nicht mehr überblicken kann, was in diesem Berg alles enthalten ist. Und so reicht dann auch ein winzig kleiner Tropfen, um das Fass bei mir immer und immer wieder zum Überlaufen zu bringen. Eine winzig kleine Sache reicht, um Stress in mir aufzulösen.

Manche Arbeiten muss man Dutzende Male verschieben, bevor man sie endgültig vergisst.

Die einzige Lösung hierfür ist, das Problem an der Wurzel zu packen und Dinge sofort zu erledigen. Und so tat ich es. Etwas Erstaunliches passierte. Zuerst nahm der Stress in meinem Leben ab. Dann gelangte immer mehr ein Gefühl der Freiheit bis zu meinem Kopf durch. Je mehr ich mein Leben selbst in die Hand nahm, desto weniger pflegte ich auch andere schlechte Gewohnheiten. Ein einfaches Anpacken an der Wurzel kann mehr bewirken als jedes kraftvolle Zerren an den Symptomen.

Was sind deine Erfahrungen? 🙂

Written by Waldemar