Ein Jahr lang erkältungsfrei – Wie drei Veränderungen Erkältungen zu einem Fremdwort in meinem Leben machten

Ein Jahr lang ist es her, dass ich von einem zweiwöchigen Urlaub mit Freunden zurückkehrte. Wir hatten eine exzessive Zeit in Kroatien verbracht, die durch einen Festivalaufenthalt zwischendurch ihren eskalativen Höhepunkt fand. Alkohol stand an der Tagesordnung, viel zu wenig Schlaf zu bekommen schien auch verpflichtend zu sein.

Kurz nachdem wir in unserem trauten Deutschland zurückgekehrt waren, ist ein Großteil von uns krank geworden. Mich selbst hat es eine gute Woche lang aus den Sandalen gekickt. Das brachte mich zum Grübeln. Da kam ich von einem zweiwöchigen Urlaub zurück und hätte direkt wieder eine Woche Urlaub zusätzlich dranhängen können, weil ich so in den Seilen hing. Zugegeben, der Eskalationsgrad war etwas untypisch für unsere Verhältnisse. Ich entschied für mich, dass es Zeit für eine Veränderung wurde.

Die ersten Überlegungen

Der Tag der Rückkehr aus diesem Urlaub sollte für mich zu einer Zäsur in meinem Leben werden. Da saß ich also krank zuhause und überlegte, was das eigentlich für ein Schwachsinn ist, aus dem Urlaub zurückzukehren und direkt krank zu sein. Welche Veränderung wollte ich für mein Leben? Ich schaute mir mich und meine Gewohnheiten an. Welche Laster hatte ich? Da war der Alkohol, die Zigaretten, die mittelmäßige Ernährung. Sport trieb ich genug. Ich blickte auf meine Vergangenheit zurück und erkannte, dass mein Zigarettenkonsum schon immer ein ziemlich guter Indikator dafür war, wie „gesund“ ich lebte und mich fühlte. Geht es mir schlechter, rauche ich mehr. Rauche ich mehr, lasse ich auch andere gesunde Verhaltensweisen schleifen und esse beispielsweise mehr Junkfood. So traf ich dann meine Entscheidung.

Nein danke zum Rauchen

Als 7-Jähriger hatte ich zum ersten Mal eine Zigarette in meinem Mund. Ein Cousin hatte sie seinen Eltern gemopst. So standen wir todesmutig mit unseren kleinen Körpern in einem Hinterhof versteckt und zündeten unsere Zigarette an. Wir waren so mutig! Früh wurde so mein Weg als Raucher geebnet. Mit 15 fing ich dann an, regelmäßiger zu rauchen. Wo Papas Zigaretten nicht weit entfernt sind, können die Arme lang und die Augen schnell groß werden.

Auf dem Schulhof noch zu den Coolen gehörend merkte ich dann später, dass ich die Sache immer weniger im Griff hatte. Aus einer Zigarette in der Woche wird erst eine am Tag, dann fünf am Tag, und ehe du dich versiehst, ballerst du schulterzuckend eine Schachtel am Tag weg. Menschen haben dazu auch noch die Tendenz, sich mit ihresgleichen zu umgeben. Gleich und gleich gesellt sich einfach gern. So hängst du dann vermehrt mit Rauchern ab und begibst dich nur noch mehr in die Teufelsspirale.

Mit dem Rauchen aufzuhören ist kinderleicht. Ich habe es schon hundertmal geschafft..– Mark Twain

Irgendwann war der Punkt erreicht, an dem ich nach einem alkoholintensiven Abend weniger mit dem Kater zu kämpfen hatte, als viel mehr mit den Nachfolgen meiner „ich rauche mal eben zwei Schachteln heute Abend weg und schnorre mir dann noch ein paar Kippen, weil ich halt kann“-Manie. Nun war es an der Zeit für eine Veränderung. Ich brauchte eine Herangehensweise. Durch welche andere Gewohnheit konnte ich das Rauchen ersetzen? Hmm. Obst! Jedes Mal, wenn in mir der Gedanke aufstieg, jetzt eine Zigarette rauchen zu wollen, würde ich mir einen Apfel oder etwas Ähnliches greifen. Okay. Und was, wenn mal alle Stricke reißen und ich die Lust auf eine Zigarette so gar nicht losbekomme? Schwierig. Das sind die Situationen, welche die Spreu vom Weizen trennen. Also machte ich mit einem meiner besten Freunde aus, dass ich ihn im Fall der Fälle anrufen werde und er mir gefälligst auszureden hat, jetzt der Versuchung nachzugehen. Ein einziges Mal habe ich ihn angerufen. Er hat es mir ausgeredet. Es sei ihm auf Lebzeiten gedankt. So hörte ich von einem Tag auf den nächsten auf.

Vitamin D

Schon oft las ich davon, dass der große Teil der europäischen Bevölkerung einen Mangel an Vitamin D hat. Wo nicht viel Sonne ist, kann nicht viel Vitamin D produziert werden. Nun besitzen wir das Glück, von den Erfolgen der wissenschaftlichen Entwicklungen profitieren zu können. Mit Vitamin D angereicherte Kapseln sind für erschwingliche Preise zu haben. Sie sorgen dafür, dass sich unsere Laune generell anhebt und unser Immunsystem gestärkt wird.

Bessere Laune und ein besseres Immunsystem durch das Schlucken von Pillen oder das Einnehmen von Tropfen? So einfach das klingt, so wahr ist es auch. Wenn mir jemand davon berichtet, dass er mit häufigen Krankheiten zu kämpfen hat, dann wäre mein erster Rat, Vitamin D zu sich zu nehmen. Kaum eine Veränderung ist so schnell und so mühelos im Leben eingeführt.

Ausgewogene Ernährung

Meine Ernährung war schon immer irgendwie mittelmäßig. Sie war nicht wirklich schlecht. Wahrscheinlich war sie sogar besser als bei vielen anderen Menschen. Das bedeutet mir aber nicht viel, wenn ich mir ansehe, was für einen Schund wir Menschen tagein tagaus in unsere Körper schütten. Nur ein Bruchteil der Bevölkerung ernährt sich meiner Einschätzung nach einigermaßen gesund. Eine ausgewogene Ernährung hilft uns dabei, diszipliniert zu sein. Was meine ich damit? Wissenschaftlicher um John Thierney und Roy Baumeister haben schon vor einer Weile herausgefunden, dass unsere Willenskraft durch Glucose „angetrieben wird“. Benutzen wir unsere Willenskraft – unsere Disziplin – dann wird dieser Treibstoff verbraucht. Je mehr wir unseren Körper mit einem konstanten Strom an guten Nährstoffen versorgen, desto eher können wir auch diszipliniert sein. Durch eine ausgewogene Ernährung fiel es mir deswegen wesentlich einfacher, endgültig mit dem Rauchen aufzuhören und generell disziplinierter in meinem Leben zu werden.

Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat darin zu wohnen– Winston Churchill

Eine gute Ernährung verbessert die Laune im Allgemeinen. Zusätzlich dazu haben wir einen höheren Energielevel. Wir werden leistungsfähiger. Sowohl unsere mentalen als auch unsere physischen Fähigkeiten werden davon positiv beeinflusst. Rückblickend bin ich verdammt froh, diesen Schritt gegangen zu sein. Weg vom Schund, hin zum gesunden Fraß!

Written by Waldemar