Die Reichen haben es scheinbar so leicht

Glaubenssätze sind etwas, von dem du felsenfest überzeugt bist – etwas, an das du selber glaubst. Gute Glaubenssätze sind der entscheidende Garant dafür, ob du etwas im Leben erreichst. Hast du die richtigen Glaubenssätze, dann wirst du ein angenehmes Leben haben. Hast du die falschen Glaubenssätze, ist ein Scheitern fast vorprogrammiert. Die wenigsten Menschen haben die richtigen Glaubenssätze.

Nun ist es so, dass wir sehr stark von den Glaubenssätzen in unserer Umgebung geprägt werden. Je mehr Zeit wir mit bestimmten Personen und Glaubenssätzen verbringen, desto eher nehmen wir sie auch für uns selbst an. Reiche Menschen können ihre Weisheiten an ihre Kinder weitergeben, die dann einen Startvorteil gegenüber anderen Menschen haben. Zusätzlich dazu profitieren Kinder reicher Eltern von den finanziellen Mitteln ihrer Eltern. Für sie scheint alles so leicht zu sein. Viele sind geneigt, hier einen gewissen Neid auf diese Menschen zu empfinden, weil ihr Leben von außen wie ein Leben im Schlaraffenland erscheint.

Wenn man reich geboren wird, ist das Leben total leicht?

Reiche Menschen wachsen mit anderen Glaubenssätzen aus als arme Menschen. Arme Menschen sind daran gewöhnt, zu verzichten. Sie sehnen sich nach all den tollen Dingen, mit denen die reichen Menschen ihr Leben lang aufgewachsen sind. Für die Reichen scheint alles so problemlos zu sein. Es ist, als müssten sie nur mit dem Finger schnippen und sie bekommen direkt das, was sie sich herbeiwünschen. Aber so einfach ist das Leben nicht. Die Medaille hat wie so oft im Leben zwei Seiten.

'Je reicher einer ist, desto ist es für ihn, ein Lump zu sein. - Gilbert Keith Chesterson

Wer reich geboren ist und reich aufgewachsen ist, der hat nie gelernt, mit Mangel umzugehen. Er musste selten oder nie Schweiß und Tränen für das aufopfern, was er haben möchte. Er war nie in einer Position, aus der heraus er kämpfen musste. Ihm flog fast alles zu. Er ist mit einer sicheren Selbstverständlichkeit aufgewachsen, dass sich im Zweifel schon alles regeln wird. Arme Menschen haben diese Selbstverständlichkeit nicht. Hinter ihnen ist kein Sicherheitsnetz, dass sie im Zweifelsfall auffangen wird. Sie würden ins Bodenlose stürzen…so lange, bis sie nicht mehr weiter stürzen können oder sie durch Glück in einem Baum landen.

Mit einer ganz anderen Erwartungshaltung aufwachsen

Wir sollten aufhören, reiche Menschen zu beneiden. Sie haben ihre ganz eigenen Probleme. Sie müssen ihr Leben lang mit dem Vorurteil kämpfen, dass ihnen ja alles in die Wiege gelegt wurden. Vielleicht stimmt das sogar. Vielleicht mussten sie nie ihre Finger krümmen. Vielleicht haben sie aber auch selbst eine enorme Menge Aufwand reinstecken müssen, um an den Punkt zu kommen, an dem sie jetzt sind.

Die größten Enttäuschungen haben ihren Ursprung in zu großen Erwartungen. - Ernst Ferstl

Darüber hinaus wachsen reiche Menschen mit einer anderen an sie angelegte Erwartungshaltung auf. Durch ihre günstigen Startbedingungen werden Dinge von ihnen erwartet, die Menschen in eine Art Schockstarre versetzen können. Eltern können in dieser Hinsicht viel Schaden anrichten, wenn sie nicht genau darauf achten, wie sie ihre Erwartungshaltung an die Kinder kommunizieren. Ein Kind, das mit dem Mindset aufwächst, es müsse riesige Berge versetzen, damit die Eltern wirklich stolz auf es sind, kann sich keiner glücklichen Kindheit erfreuen.

Jeder Mensch hat seine ganz eigenen Probleme

Wir „normalen“, nicht reichen Menschen sollten hin und wieder auch mal die Perspektive wechseln und uns vor Augen führen, dass wir vielleicht nicht die gleichen Startbedingungen wie die Reichen haben, aber dafür haben wir etwas Anderes, was ebenfalls sehr wertvoll ist: Wir wissen, wie es ist, wenig zu haben. Und darüber hinaus kennen wir dieses fantastische Gefühl, dass wir erfahren, wenn wir uns das, was wir wollen, selbst erarbeitet haben – aus eigener Kraft, mit Schmerzen, Tränen, Arbeit und Schweiß. Und nicht geschenkt von irgendwem außer uns selbst.

Wer sich nachts zu lange mit den Problemen von morgen beschäftigt, ist am nächsten Tag zu müde, sie zu lösen. - Rainer Haak

Wie bei vielen Dingen ist das Gras beim Nachbarn immer grüner. Am Ende ist ohnehin entscheidend, was wir aus den uns ausgeteilten Karten machen. Wollen wir uns ein Leben lang beschweren, dass wir nicht mit zwei Assen in der Hand starten konnten oder machen wir das beste aus unserer Hand? Der Ball liegt bei uns.

Written by Waldemar