Schreibblockaden überwinden – Eine simple Methode

Einfach drauf loszuschreiben ist gar nicht so einfach, wie es scheint. Das Gehirn ist voll von Gedankengängen und einem Wirrwarr an unnützem Ballast. Irgendwo dazwischen liegen jene Worte, welche man schreiben möchte. Damit ist noch lange keine Aussage darüber getroffen, ob die Worte, die man schreiben möchte, auch tatsächlich das sind, was der Leser lesen möchte. Wer kann schon mit absoluter Gewissheit sagen, was gut ankommen wird und was nicht. Wer kann sich schon sicher sein, wann er mal eine Totgeburt auf die Welt bringt. Selbst mit der größten Erfahrung wird man hier von Zeit zu Zeit von der Bahn abkommen und gegen eine Wand fahren.

Was also tun, wenn du mal nicht weiter weißt?

Naja, zuerst einmal müssen wir verstehen, welchen Ursprung diese Schreibblockade hat. Da fallen mir spontan ein paar Gründe ein, die bei mir Schreibblockaden auslösen können:

  • Müdigkeit: Wenn ich müde bin, dann ist die Schreibblockade vielleicht nur ein Zeichen meines Körpers, der mir signalisiert, dass es Zeit für mein kuscheliges Bett ist. Mit Zwang läuft da dann gar nichts. Nach einem schönen Nickerchen sieht die Welt direkt wieder ganz anders aus.
  • Stress: Gerade an stressigen Tagen kann es mir mitunter sehr schwerfallen, die richtigen Worte zu finden. Mein Gehirn knotet mir dann lässig-locker Seemannsknoten in mein Kreativzentrum und legt meine Kreativität damit effektiv auf’s Kreuz. In diesen Fällen hat sich das Meditieren für mich als äußerst erfolgreich erwiesen. Selbst eine 10-minütige Meditation hilft mir dabei, den Lärm in meinem Kopf zu regulieren und mein Hirn mit neuer Frischluft zu versorgen.
  • Angst und Perfektionismus: Die gute alte Angst verknotet uns ja gerne mal die Beine und lässt uns dann loslaufen. Gerade beim Schreiben kann Angst lähmend sein. Wir fragen uns dann, ob unsere Texte wirklich gut sind. Der Wille, eine makellose Arbeit abzuliefern, setzt uns so sehr unter Druck, dass wir auf Biegen und Brechen keinen vernünftigen Satz in die Tastatur gehackt kriegen. In solchen Fällen hilft es, wenn ich mir selbst die Frage stelle: „Warum mache ich das hier eigentlich?“ Fällt dir dafür kein guter Grund ein, dann solltest du dich vielleicht mal daran machen, einen zu finden. Ohne Motivation unterm Hintern schreibt es sich nur halb so gut.

Für mich hat sich ein Weg als wirkungsvoll erwiesen, wenn ich eine Schreibblockade überwinden möchte. Natürlich kann ich keine Gewähr dafür übernehmen, dass das für dich funktioniert, aber es ist zumindest einen Versuch wert, oder?

Mit einer kleinen Technik die Schreibblockade überwinden

Stell dir einen Timer auf fünf Minuten (gerne später auch auf 10, 15, 20 oder mehr Minuten). Schreib den ersten Gegenstand auf, den du siehst oder der dir durch den Kopf geht. Lass deine Gedanken fließen. Schau, was dir durch den Kopf strömt. Du weißt immer noch nicht, worüber du schreiben sollst? Dann schreib die nächste Sache auf, die dir durch den Kopf geht. Durch die so entstehenden Assoziationsketten wirst du irgendwann an ein Thema oder einen Gedanken geraten, der dich so fesselt, dass du über ihn schreiben kannst. Das Wichtigste an dieser Stelle ist, deine Gedanken wirklich aufzuschreiben. Filter sie nicht. Die ersten zwei, drei, vier, dreihundertachtzig Sätze dürfen ruhig unzusammenhängendes Kauderwelsch sein. Wir tun das hier ja schließlich, um in den Schreibfluss zu kommen.

Schreiben ist leicht. Man muß nur die falschen Wörter weglassen. - Mark Twain

Mal so als Beispiel, was bei mir dabei rauskommt, wenn ich so vorgehe: Apfel, Saft, Vitamine, Gesundheit, Sport, Laufen, Marathon, Selbstdisziplin. Huch. Da bin ich auf ein Thema gestoßen, dass ich spannend finde. Das ist im Übrigen das Thema, worüber ich heute morgen geschrieben haben, nachdem ich nicht anfangs nicht gewusst hatte, worüber ich eigentlich schreiben wollte.

Du kannst dir nicht vorstellen, dass das funktioniert? Das kann ich nachvollziehen. Wie schon erwähnt solltest du es einfach mal ausprobieren, wenn du dich mit einer Schreibblockade konfrontiert siehst. Im schlimmsten Fall hast du fünf Minuten verloren und dafür 100 Begriffe aufgeschrieben. Es gibt Schlimmeres.

Written by Waldemar