Diese 3 Dinge unterscheidet die problembehafteten Menschen vom Rest

Wir alle haben diesen einen Freund. Egal welches Problem ein Mensch potenziell haben könnte, dieser Freund hat es. Er könnte dir wöchentlich davon berichten, was in dieser Woche bei ihm wieder einmal schief gegangen ist. In dieser Woche fährt er aus Versehen mit seinem Auto gegen ein Straßenschild. In der nächsten Woche hat er Zoff mit seinem besten Freund, weil sie beide an der gleichen Frau interessiert sind. In der darauffolgenden Woche wird ihm gekündigt, obwohl er sich selbstverständlich nichts zu Schulden hat kommen lassen. Die Woche danach ist er gestresst, weil er Zoff mit seinem Vermieter hat, der ihn „aus irgendwelchen“ Gründen nicht leiden kann. Der Einfachheit halber möchte ich im nachfolgenden Text alle Menschen dieser Art als Problemos bezeichnen.

Auch ich habe so einen Problemofreund. Vor kurzem hat er in diesem Zusammenhang einen Satz gesagt, der mich sehr zum Schmunzeln gebracht hat. „Es ist, als würde ich mit einem Schild um meinen Hals durch die Gegend laufen, auf dem die Worte stehen: ‚Du hast Probleme? Kein Problem, schmeiß sie mir zu, ich nehme sie gerne'“ Wenn es nicht so traurig wäre, dann wäre es ziemlich witzig. Ich las einmal von einem Mann, der in seinem Leben schon über 50 Mal ausgeraubt wurde. Auf die Frage, wie er sich das erklärt, antwortete er, dass er wohl einfach Pech habe. Eine einfache, aber unwahrscheinliche Erklärung. Viel wahrscheinlicher ist, dass er immer wieder die Situationen sucht, in denen er potenziell ausgeraubt wird – auch wenn dies auf unbewusste Art geschieht.

Ich habe mich lange Zeit lang gefragt, ob es manchmal im Leben einfach Phasen gibt, in denen man vom Pech verfolgt wird – und ob diese Problemos sich gerade in so einer Phase befinden. Mir wurde dann allerdings klar, dass es sich hier nicht um Phasen handelte. Dieses scheinbare „Pech“ zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben dieser Problemos. Als ich dann eine Weile lang mein Augenmerk verstärkt darauf richtete, was diese problembehafteten Menschen vom Rest unterscheidet, wurden mir einige Dinge bewusst.

Gegen die eigenen Werte verstoßen

Problemos wissen meistens genau, was sie eigentlich tun sollten. Die Betonung liegt hier auf dem Wort „eigentlich“. Sie wissen, dass es eine herzlich beschissene Idee ist, mit der Freundin des besten Freundes ins Bett zu steigen. Ihnen ist klar, dass es falsch wäre, so zu handeln – dass sie damit gegen ihre eigenen Werte verstoßen würden – und entscheiden sich dann trotzdem dafür, diese falsche Entscheidung zu treffen. Die Entscheidungen sind von einer gewissen Kurzsichtigkeit geprägt. Gerne kommen hört man von ihnen vorher Sätze wie „das sollte ich wirklich nicht tun“, nur um es dann im Anschluss doch zu tun.

Die meisten von uns verstoßen im Laufe ihres Lebens mal gegen ihre Werte. Diese Verstöße bleiben hier gemeinhin allerdings in überschaubaren Ausmaßen. Wenn sich mal eine unangenehme Konsequenz wegen ihrer getroffenen Entscheidungen anbahnt, dann ist das ein einigermaßen kalkulierbares Risiko. Da waten wir eben kurz einmal durch die Scheiße und danach geht es erhobenen Hauptes weiter. Wir löffeln unsere eigene Suppe aus, denn shit happens, das Leben geht weiter, auch das hier wird vorübergehen.

Bei Problemos verhält sich die Situation etwas anders. Sie treffen in einer viel höheren Frequenz fragwürdige Entscheidungen. Dementsprechend sind die Konsequenzen ihrer Handlungen eben nicht mehr kalkulierbar. Du kannst dir einen Spaß machen und jedem in deiner Nachbarschaft an die Haustür pinkeln, das wird vielleicht eine Zeit lang gutgehen (habe ich im Übrigen nicht getestet), aber früher oder später wirst du einen hungrigen Mob mit Heugabeln vor deiner Haustür versammelt antreffen. Genauso ist es bei Problemos. Es ist nie abschaubar, welche Scheiße im nächsten Augenblick über sie hereinbrechen wird. Manchmal haben sie sogar recht entspannte Zeiten, wenn ihre fragwürdigen Handlungen mal unentdeckt bleiben. Irgendwann allerdings kommt immer der Moment, indem sie ihre eigene Suppe wieder auslöffeln müssen.

Die Welt durch einen Schleier der Negativität betrachten

Zusätzlich zum Verstoß gegen die eigenen Werte neigen Problemos auch dazu, die Welt durch einen Schleier der Negativität zu betrachten. Sie entdecken feindliche Absichten, wo gar keine feindliche Absichten sind. Sie erwarten negative Reaktionen anderer Menschen, obwohl sie keinen Anlass für diese Erwartung haben. Sie suchen bei den positiven Dingen, die ihnen widerfahren, nach dem einen „Haken“, denn es kann ja nicht sein, dass ihnen etwas Gutes widerfährt.

Ich bin immer wieder überrascht, wenn ich mir die Interpretationen von Problemos anhöre. Sie können in alltäglichen, völlig nichtssagenden Situationen total abstruse Dinge hinein interpretieren. Da wird einem bedeutungslosen Blick eines anderen Menschen dermaßen viel Bedeutung zugemessen, als sei dies ein weltbewegendes Ereignis. „Hast du gesehen, wie der mich gerade angeguckt hat? Ich glaube, der mag keine Ausländer. Immer diese Vorurteile.“ Dabei hat derjenige vielleicht gerade einfach nur darüber nachgedacht, dass er morgen eine wichtige Prüfung hat und sich dabei in die Hose geschissen, weswegen er so grimmig geschaut hat.

Das große Problem mit diesem Schleier der Negativität ist, dass er schnell zu selbsterfüllenden Prophezeiungen führt. Wenn ich ständig vom Schlechten ausgehe, dann führe ich dieses Schlechte selbst herbei. Denke ich, dass mich eine andere Person für ein Arschloch hält, dann werde ich diese Person entsprechend behandeln. Wenn sie dann merkt, dass ich sie behandele, als sei sie ein Arschloch, wird sie mich dafür genauso behandeln. In diesem Moment hat sich der Problemo sein eigenes Loch gegraben – und fühlt sich auch noch darin bestärkt, dass er mit seiner Ansicht Recht hatte.

Nicht auf Belohnungen im jetzt verzichten können

Problemos besitzen häufig eine bemerkenswerte Fixierung auf unmittelbare Belohnungen, während sie langfristige Konsequenzen nahezu vollständig außer Acht lassen. Aus diesem Grund häufen sie Schulden an. Sie wollen alles jetzt sofort haben und sind bereit, dafür entsprechende Kredite aufzunehmen. Ihre Schulden sind aber nicht nur pekunärer Art, sondern auch emotionaler. Das Konzept „zuerst säen, dann ernten“ führen sie oft genug auf geradezu lächerliche Art und Weise ad absurdum, indem sie sich ihr komplettes Leben auf Pump finanzieren, sich damit aber zinsbedingt immer weiter in ihr Loch graben.

Ebenso sind Problemos anfällig dafür, anderen Menschen fremdzugehen. Egal wie klein die kurzfristige Belohnung und wie groß im Gegenzug die langfristig Belohnung bei Verzicht wäre, Problemos haben nicht die nötige Geduld dafür, heute – jetzt und hier – zu verzichten. Das wird insbesondere dann kritisch, wenn Problemos sich mit anderen Problemos zusammenschließen. Dann können sie sich in ihrem destruktiven Verhalten noch zusätzlich bestärken, was erschreckende Konsequenzen mit sich ziehen kann.

Ein Fazit?

Ganz ehrlich: Das hier sind nur meine Beobachtungen. Wie viel davon sich mit deiner wahrgenommen Realität deckt, wirst du für dich selbst entscheiden müssen. Erkennst du dich in einigen der von mir genannten Beschreibungen wieder? Dann ist es vielleicht an der Zeit, neue Wege einzuschlagen. Umgibst du dich gerne mit Problemos und lässt dich in ihre Problemwelt reinziehen? Dann ist es vielleicht an der Zeit, sich einen neuen Umgang zu suchen.

Written by Waldemar