Wenn der Kopf sich nach Ruhe sehnt

Die Ruhe des Dorfes. Dort, wo der Mensch aufsteht, wenn der Hahn kräht, ist es sehr erholsam. Fernab des täglichen Wirrwars und irritierenden Getöses kehrt nach einiger Zeit Ruhe im Geiste ein. Wenn das Gezwitscher der Vögel bis zum Gehör durchdringt und nicht von fahrenden Autos übertönt wird, dann begibt sich der Geist in eine Sphäre, in der er tiefentspannt seine Kreativität entfalten kann. Oh Gott.

Ich kann nicht oft genug betonen, wie sehr ich es liebe , hin und wieder „zurück ins Dorf“ zu kehren. Natürlich liebe ich die Großstadt, sonst wäre ich niemals in unsere charmante Hauptstadt gezogen. Gleichzeitig genieße ich es aber auch, zum Ursprung zurückzukehren – zu der kleinen Stadt, in der ich aufwuchs, eine glückliche Kindheit verbrachte, Fußball spielte und all die Dinge tat, die ein Junge nunmal so tut.

Sich hin und wieder in die Natur zu begeben, kann befreien, neue Perspektiven zeigen, und vor Augen führen, wie hektisch das heutige Leben für viele Menschen in der Großstadt ist. Der Nachbar wird gegrüßt, dem vorbeifahrenden Autofahrer zugewunken und mit dem Postboten ein nettes Pläuschchen geführt. Keine Hundescheiße auf den Gehwegen – oder noch besser genau vor dem Hauseingang, hach Berlin, manchmal kannst du auch in den Wahnsinn treiben! Ruhe, Freundlichkeit und ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Aber auch das ist zu nicht unwesentlichen Teil nur Schall und Rauch. Hinter dem Rücken lästern die Menschen gerne wie die Weltmeister. Hier eine nette Miene ziehen, nur um dann in einem günstigen Moment doch wieder das Maul über andere Menschen zu zerreißen…

Kehre hin und wieder zu deinem Ursprung zurück

Worauf ich damit eigentlich hinauswollte: Hin und wieder tut es der Seele gut, sich vom alltäglichen Wirrwarr weg zu bewegen und ruhige Rückzugsorte aufzusuchen. Das kann ein Fluss sein, an dem der Geist zur Ruhe kommt…das kann aber auch ein ruhiges Plätzchen in einem muckligen Wäldchen sein. Der Bezug zur Natur kann hier besonders wohltuende Kräfte auf uns wirken lassen. Es ist, als würde es uns hin und wieder tatsächlich zur Natur ziehen, als wüssten wir tief in uns drin, dass sie unser wahres Zuhause ist. Der Vogel, der in den Baumkronen sein Liedlein singt, das Rauschen der Blätter im

Die Natur betrügt uns nie. Wir sind es immer, die wir uns selbst betrügen. - Jean-Jacques Rousseau

In der Natur liegt etwas Goldenes, Unverbrauchtes, Originales und Unverfälschtes. Sie versteckt und verstellt sich nicht vor dir. Sie ist, wie sie ist. Sie ist Liebe und Befreiung zugleich. Tu dir selbst einen Gefallen und tauche hin und wieder in ihre Obhut ein. Lass sie dich aufnehmen und dein Schützer und Wächter sein. Lass sie dich aufladen. Lass sie dich mit frischer Luft versorgen. Der Mensch und die Natur, das ist ein heiliges Team. Wann wir das Gefühl haben, dass die Welt zu einem bedrohlichen Ort wird und über uns herfällt, hilft es uns zu wissen, dass wir in der Natur unseren heiligen Zufluchtsort finden. Behandle sie als etwas Kostbares, denn das ist sie.

Lass deine Energiespeicher füllen

Diese Ruhe und Geborgenheit der Natur sind in der Lage, deine Energiespeicher wieder aufzufüllen. Du musst nur die Bereitschaft mitbringen, dich darauf einzulassen. Klar kannst du dich darüber lustig machen. Sich über Dinge lustig zu machen, die man nicht versteht, ist immer einfach. Du kannst aber auch den anderen Weg gehen und dich darauf einlassen – hin und wieder mal einen Spaziergang durch den Wald machen und die frische, regenerierende Luft durch deinen Körper fließen lassen. Die Natur gibt uns so viel und ist oft besser als jede Apotheke. Das einzige, was sie als Gegenleistung erwartet, ist hin und wieder mal beachtet zu werden. Zumindest das sollten wir ihr zugestehen.

Written by Waldemar