Deine Flucht in den Schlaf

Sucht nach Schlaf. Ab in die Traumwelt. Die echte Welt ist für viele so furchteinflößend, dass sie sich nach Schlaf sehnen. Im Schlaf sind wir geborgen. Es verfolgt uns nicht die Angst, unseren Pflichten nachgehen zu müssen. Wir können es kaum erwarten, uns in unser warmes Bett zu murmeln und dort ein Nickerchen erster Güte zu vollziehen.

Je größer die Last der Verpflichtungen des Alltags für uns vermeintlich wird, desto mehr sehnen wir uns nach Schlaf. Je größer die Last der Verpflichtungen des Alltags für uns vermeintlich wird, desto länger wird der Schlaf, den wir benötigen. Je größer die Last der Verpflichtungen des Alltags für uns vermeintlich wird, desto weniger erholsam wird der Schlaf.

Wenn einfach einfach einfach wäre

Es ist schon ein Dilemma. Unerledigte Dinge stapeln sich im Leben. Natürlich könnten wir sie einfach erledigen. „Einfach“… die Anführungszeichen deuten an, wie einfach diese Dinge tatsächlich zu erledigen sind. Dinge, die „einfach“ zu tun sind, sind ebenso „einfach“ nicht zu tun. Wenn wir uns ausgelaugt fühlen, aller Kräfte und Disziplin entraubt, dann fällt es uns schwer, die einfachen Dinge zu tun, wenn sie gerade anfallen. Und so stapeln sie sich. Dann irgendwann sehen wir uns den Stapel der unerledigten Dinge an und kriegen es mit der Angst zu tun. Auch kleine Dinge können mit der Zeit einen großen Stapel erschaffen.

Hier verhält es sich ein bisschen wie beim Zinseszinseffekt. Lässt du eine kleine Aufgabe, die eigentlich erledigt werden müsste, lange genug unbearbeitet, dann entstehen daraus neue kleine Aufgaben. Eine unbezahlte Rechnung lässt eine Mahnung und vielleicht eine Nachzahlungsgebühr ins Haus flattern. Unsere unerledigten Dinge haben dann gerne mal eine unbefleckte Empfängnis und zeugen weitere unerledigte Dinge-Babys. Und da hast du dann den Salat, scheiße auch!

Der Stein will nur einmal ins Rollen gebracht werden

Da ist dann der Startpunkt. Das ist der Moment, wo das Leben auf einmal nicht mehr so angenehm erscheint. Während das Bett mit ausgestreckten Armen auf uns wartet und bereit ist, uns seine Liebe zu schenken, wartet der Berg unerledigter Dinge mit dem Baseballschläger vor dem Pausenhof auf dich und will dein Essensgeld. Dabei vergessen wir, dass der Berg eigentlich ein Schwächling ist. Er ist aus lauter kleiner Aufgaben zusammengebaut und kann ebenso gut wieder abgebaut werden. Ja, das mag im ersten Moment als unlösbare Aufgabe erscheinen. Aber haben wir erst einmal angefangen und bauen Schritt für Schritt den Berg unerledigter Aufgaben ab, dann entflammt in uns ein neues Gefühl der Energie. Wir kriegen wieder Kraft und fliehen uns nicht mehr ins Land der Einhörner. Wir haben unser Leben wieder unter Kontrolle und mit der neuen Energie fällt es uns umso leichter, den Berg nach und nach abzubauen.

Im Zuge dessen ist ein weiterer Schritt unabdingbar. Wir müssen lernen, unerledigte Sachen direkt dann zu erledigen, wenn sie anfallen, wenn das weniger als 2 Minuten in Anspruch nimmt. Und für Dinge, die mehr Zeit in Anspruch nehmen, zerlegen wir es in klar definierte Schritte, die wir ausführen können, um die Aufgabe zu erledigen, und tragen in unseren Kalendern eine klar definierte Zeit und ein Datum ein, an dem wir das erledigen. Und dann erobern wir die Welt. Da schubs mir einer das Pferd um, das ist doch mal ein Plan!

The most effective way to do it is to do it. - Amelia Earhart

Wenn der Berg sich euch dann noch mal in die Quere stellt, dann gebt ihr ihm einfach eine Schelle mit der Rückhand, so total despektierlich. Der kommt dann sicher nicht mehr wieder. Da macht das Leben plötzlich wieder Spaß. Potzdonner, von so einem Berg lassen wir uns doch nicht die Laune vermiesen.

Bleibt nur eine Frage: Was schiebst du schon ewig vor dir her? 🙂

Written by Waldemar